Support made in USA

Es ist Sonntag und hier lag noch ein Kundenauftrag herum, den ich dann noch schnell mal abgearbeitet habe wollte. Nichts ungewöhnliches: Eine Domainregistrierung mit einem Whois-Protect (soll ja manchmal Abmahner fernhalten…) und dem Aufsatz eines WordPress Blogs.
Also schnell mal der Empfehlung eines Kollegen gefolgt und ein kleine Webpaket nebst Domain (Whois-Protection inklusive) registriert und per Paypal bezahlt.
Und dabei passiert es, was in Deutschland bei 2&2 und Co. in einer Katastrophe mündet. Die Übergabe der Bestellung hat nicht funktioniert. Ich löse eine Bestellung aus (eine Bestellbestätigung kommt per Mail), ohne Zahlung und freue mich schon auf den nächsten Mailverkehr mit dem amerikanischen Supportern, um das Problem zu lösen.

Umso erstaunter bin ich, dass die Firma behauptet dass alle Supporter der deutschen Sprache mächtig sind und schreibe ergo ein Supportticket in Deutsch.
Keine 20 Minuten später (hey, es ist Sonntag und wir leben im Land der 0900er Nummern) habe ich eine freundliche Mail in meinem Postfach:

Hallo Bernd,

vielen Dank für Ihre Nachricht, ja leider ich kann es nur bestätigen, einen Eingang haben wir von Ihnen nicht erhalten, so Leid es mir tut. Sie können den Betrag auch gerne mit Paypal direkt an ****@****.*** schicken. Als Verwendungszweck schreiben Sie bitte Ihre order number mit ****** an. Somit können wir Ihre Bestellung und Gutschrift zuordnen. Wenn Sie weiter Fragen haben sollten zögern Sie bitte nicht und schreiben uns an. Sie sind jederzeit bei uns willkommen.

Wenn ich etwas für Sie tun kann schreiben Sie mich bitte an. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen und für Ihre Email.

Das nennt man wohl klassisches Kundenpampern und war gespannt wie es nach meiner direkten Zahlung weitergeht.

Als ich diese Mail bekam, dachte ich dann auch: “Na also, doch wie in good old Germany!” :D

Wir haben gerade ein kleines technisches Problem, die Domainregistrierung lässt auf sich warten, die Techniker sind bereits dabei das Problem zu beheben, ich hoffe es dauert nicht lange.

Es kann sich also nur um Tage handeln, bis ich das Projekt aufsetzen kann dachte ich…
Doch nach weiteren 45 Minuten:

Die Techniker haben das Problem soeben gelöst. Ihre Domain wurde erfolgreich registriert. Das ist mir richtig peinlich, da uns so etwas das erstemal passiert ist.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich etwas sprachlos ob der so erfrischenden Ehrlichkeit war! Ich will jetzt nicht die “In USA ist alles viel besser!” Diskussion anfangen, aber ich frage mal in die Runde: Sind wir in Deutschland nicht eher genau das Gegenteil gewöhnt?

BTW: Parallel kamen dann natürlich die Zugangsdaten und die Domain ist zwischenzeitlich erreichbar.
Leider gibt kein Partnerprogramm von diesem Hoster… :D

4 Kommentare zu „Support made in USA“

  • klubbing sagt:

    Das ist ja klasse. Natürlich kennt jeder eine Hand voll whoisprotect-Anbieter die die Bezahlung per paypal anbieten.

    Bitte nenne mal den Anbieter der zudem auf deutsch supportet…
    Wir wollen ja nicht die Domain wissen ;-)

  • Bernd sagt:

    Naja, ist ja kein Geheimnis. ;)
    Hier geht’s lang: http://www.mediaon.org/
    Interessanterweise gibt es auch eine türkische Version der Page.
    Über das deutschsprachige Forum gibt’s dann soch sowas ähnliches wie ein Partnerprogramm. Ein PP sozusagen auf Zuruf! :D
    Sehr lustig, aber auch ziemlich menschlich. :)

  • klubbing sagt:

    Danke für die Info.

    MediaOn founded in Germany. Made in Germany – A symbol of quality and reliability.

    Verantwortlichg ist wohl ein in Deutschland lebender Türkischer Landsmann.

  • Bernd sagt:

    Hm, soweit habe ich gar nicht recherchiert. ;) Danke für die Info! :)

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